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Cuxhaven-Geborener Constantin Schreiber zieht sich aus der Islam-Diskussion zurück

Foto: NDR

Der bekannte „Tagesschau“-Sprecher und Fachmann für den Islam, Constantin Schreiber, hat sich dazu entschlossen, in der Öffentlichkeit nicht mehr über den Islam zu sprechen. Er begründet diesen Schritt mit verschiedenen negativen Erlebnissen, darunter Drohungen und Provokationen.

Der in Cuxhaven geborene Journalist Constantin Schreiber hat sich im Laufe seiner Karriere intensiv mit dem Islam beschäftigt und zahlreiche Werke zu diesem Thema veröffentlicht. Nun hat er jedoch entschieden, dieses Kapitel zu beenden. In einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärt er: „Ich werde mich in der Öffentlichkeit nicht mehr zu islambezogenen Themen äußern, werde keine Bücher mehr dazu verfassen und werde nicht mehr in Talkshows zu diesem Thema auftreten.“ Er fügt hinzu: „Manche mögen diesen Rückzug begrüßen und das Ende dieser Phase feiern. Doch ob dies wirklich ein Sieg für die Meinungsfreiheit und den journalistischen Diskurs ist, darüber lässt sich streiten.“

Viele seiner Arbeiten setzten sich kritisch mit verschiedenen Aspekten des Islams auseinander, insbesondere mit Inhalten von Predigten in Moscheen und Lehrplänen von Koranschulen. Schreiber machte darauf aufmerksam, dass an einigen dieser Orte gegen Deutschland gesprochen wurde. Dennoch betont er, dass seine Arbeiten weder islamkritisch noch islamfeindlich waren.

Schreiber, der bereits in jungen Jahren durch einen Aufenthalt bei einer Gastfamilie in Syrien Arabisch lernte und nach seinem Jurastudium für Medien im Nahen Osten tätig war, wurde während einer Veranstaltung an der Universität Jena von Aktivisten attackiert. Dabei wurde ihm eine Torte ins Gesicht geworfen. Zuvor hatte er schon Drohungen, auch von einem Taxifahrer direkt vor seinem Zuhause, erhalten. „Ich habe mich dazu entschieden, dass ich diese negativen Erfahrungen nicht mehr in meinem Leben haben möchte“, sagt Schreiber, der seit 2021 als einer der Hauptmoderatoren der Tagesschau fungiert.

Obwohl er den Tortenwurf als kindlichen Streich abtut, war er tief getroffen von der Reaktion einiger Veranstalter, die ihm nicht umgehend ihre Unterstützung angeboten hatten. Dabei haben sie eher die Meinungsfreiheit der Täter in den Vordergrund gestellt. Schreiber äußert auch Bedenken bezüglich der aktuellen journalistischen Landschaft. Er bemerkt, dass viele Kollegen vorsichtiger geworden sind, besonders wenn es um kontroverse Themen wie den Islam, das Klima oder die Migration geht. „Es gibt eine wachsende Vorsicht, vielleicht aus Angst, in unangenehme Situationen zu geraten“, schließt er.

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